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Peter Green (* 29. Oktober 1946 in
Bethnal Green, England), eigentlich Peter Greenbaum, ist ein Gitarrist
und Sänger, der vor allem die Blues-, Rock- und Pop-Szene der späten
1960er Jahre entscheidend mitprägte.
Die frühen
Jahre:
Peter Green stand schon früh unter dem Einfluss von Musikern wie Buddy
Guy, B.B. King, Freddie King, Otis Rush und Muddy Waters sowie
traditioneller jüdischer Musik.
Seinen ersten professionellen Auftritt hatte er 1966 als Bassist bei
Peter B's, deren Schlagzeuger Mick Fleetwood war. Peter Green war ein
großer Fan von Eric Clapton und nutzte die Chance, als dessen Ersatzmann
bei John Mayalls Bluesbreakers einzusteigen. Clapton hatte die
Bluesbreakers verlassen, um einen längeren Aufenthalt in Griechenland zu
verbringen. Mit in der Band waren John McVie als Bassist und Mick
Fleetwood als Schlagzeuger. Peter Green fügte sich gut in die Gruppe ein
und war enttäuscht, als nach ein paar Auftritten Clapton zurückkehrte
und er die Band wieder verlassen musste.
Aber sechs Monate später verließ Clapton die Band definitiv, um Cream zu
gründen. John Mayall stellte Green als Claptons Nachfolger ein. Anfangs
standen manche Fans Green ablehnend gegenüber. Als die Band ohne Clapton
im Studio erschien, um ihr Album A Hard Road aufzunehmen, war selbst ihr
Produzent Mike Vernon skeptisch. Aber bald hatte Peter Greens Spiel ihn
überzeugt. Mit seinem bemerkenswertem Instrumental The Supernatural
zeigte Green den für ihn später typischen Stil, der an B. B. King
erinnerte.
Seine Zeit mit Fleetwood Mac:
1967 gründete Peter Green zusammen mit John McVie und Mick Fleetwood
Fleetwood Mac. Nun begann Peter Greens erfolgreichste Zeit mit den Alben
Peter Green’s Fleetwood Mac, Mr. Wonderful, English Rose und Then Play
On und Stücken wie Albatross, Need Your Love So Bad, Man of the World,
Oh Well sowie Black Magic Woman, das später ein Welthit für Carlos
Santana wurde. Mit den genannten Singles nahmen aber auch Fleetwood Mac
selbst wiederholt Top-Positionen in den europäischen Hitparaden ein.
Doch bald hatte Peter Green Schwierigkeiten mit seiner Berühmtheit, dem
Musikbusiness und mit psychedelischen Drogen wie LSD und Meskalin. Zudem
wurde er religiös und trat mit einem riesigen Kruzifix und weiten Kutten
bekleidet auf. Nach einem Albtraum war er überzeugt, „Geld sei schlecht
und habe einen verderblichen Einfluss“, weshalb er den Großteil seiner
Tantiemen an Wohltätigkeitsorganisationen (wie „War on Want“) spendete,
was er auch von seinen Bandkollegen verlangte.
Im Rahmen einer Europatournee machten Fleetwood Mac am 22. und 23. März
1970 in München Station, wo sie zwei Konzerte im Circus Krone und einen
Gig im Deutschen Museum spielten. Damals wurde Peter Green von den
Münchner „Highfish“-Kommunarden Uschi Obermaier und Rainer Langhans in
das Schloss der Landkommune bei Landshut eingeladen.[1] Laut einer
langlebigen Legende habe Green dort einen LSD-Trip zu viel konsumiert,
der seine Psyche bleibend verändert haben soll. Im Gegensatz zu Peter
Greens Biografen Martin Celmins sind die Bandmitglieder und die Crew von
Fleetwood Mac (Band-Manager, Road-Manager, Roadie) bis heute überzeugt,
dass Green vor allem durch den Münchner LSD-Trip ein anderer Mensch
geworden ist. Selbst Green erklärte später „I went on a trip, and never
came back“ („Ich machte einen Ausflug und kam nie mehr zurück“).
Allerdings gab es schon vor der Europatournee zunehmende Spannungen
zwischen Green und seinen Bandkollegen. Der Bruch war so oder so
unvermeidbar, die Begegnung mit der Münchner Kommune hat allenfalls als
Katalysator gewirkt. Im Gegensatz zu seinen Bandkollegen wollte Green
die gemeinsamen Gewinne wohltätigen Zwecken spenden; musikalisch wollte
er sich gemeinsam mit seiner Band in eine neue Richtung (endlose
Jam-Sessions und Improvisationen) weiter entwickeln.
Nach dem Ende der Europatournee verließ Green seine Band. Er nahm das
Solo-Album The End of the Game auf, das vorwiegend aus Improvisationen
bestand. Im Folgejahr erschienen noch zwei Singles (Heavy Heart/No Way
Out sowie Beasts of Burden/Uganda Woman), die heute gesuchte Raritäten
sind. Green beteiligte sich bis 1971 noch an einigen Aufnahmen
befreundeter Musiker wie Peter Bardens und B. B. King, zog sich
anschließend aber für mehrere Jahre völlig aus dem Musikgeschäft zurück.
Aufgrund der zahlreichen Alben, die Peter Green bis 1970/71 mit John
Mayall, Fleetwood Mac und namhaften Bluesgrößen wie Duster Bennett,
Eddie Boyd, Paul Butterfield, B. B. King, Memphis Slim und Otis Spann
eingespielt hat, wird er gerne als der „beste weiße Blues-Gitarrist“
bezeichnet und von Fans, Freunden und ehemaligen Bandkollegen „The Green
God“ genannt.
Die folgenden Jahre bis heute:
Peter Green in 2009Viele Berichte über Peter Greens folgende Jahre sind
widersprüchlich. Er selbst hatte erklärt, bewusst einen materiell
einfachen und bescheidenen Lebensstil zu pflegen. In den 1970er Jahren
hat er unter anderem als Friedhofsgärtner gearbeitet und zeitweise in
Israel in einem Kibbuz gelebt. Nach einem Vorfall, bei dem er seinen
ehemaligen Manager telefonisch mit einer Waffe bedroht haben soll, weil
dieser trotz anderslautender Anweisungen die eingehenden Tantiemen an
Green statt an „War on Want“ zahlte, wurde Green längere Zeit in eine
psychiatrische Klinik eingewiesen.
Nach seiner Entlassung überredeten ihn Freunde und Verwandte, zur Musik
zurückzukehren. Das 1979 veröffentlichte Album In The Skies wurde ein
überraschender Erfolg und verkaufte sich allein in Deutschland über
200.000-mal. Es folgten einige durchaus beachtete Alben. Nach White
Skies ging Green mit einer neu geformten Gruppe gleichen Namens auf
Tournee, wirkte laut der Süddeutschen Zeitung aber auf der Bühne
verloren, „lustlos und uninteressiert“.
Bis 2004 war Green immer wieder mit der Peter Green Splinter Group auf
Tour. Danach trennte er sich von der Splintergroup und siedelte nach
Schweden über. Er versicherte öffentlich, weiterhin musikalisch aktiv zu
bleiben. Er habe sein Drogenproblem erkannt und arbeite daran. Auf dem
Album Time Traders singt er in dem Lied Downsize Blues (Repossess My
Body): „I'm gonna repossess my body from the demons / exorcise my soul /
gonna change those clothes in my old wardrobe / they ain't gonna fit me
anymore“, auf deutsch etwa: „Ich werde mich wieder von den Geistern
lösen / meine Seele reinigen / ich werde diese Kleider in meiner alten
Garderobe wechseln / sie werden mir nicht mehr passen“.
Im Frühjahr 2009 ging Peter Green wieder auf Tour. Er gab auch einige
Konzerte in Deutschland als Peter Green and Friends.
Einflüsse auf andere Bands:
Peter Green entwickelte seine von Muddy Waters, B.B. King, Freddie King
und Eric Clapton beeinflusste Art Gitarre zu spielen, zu einem
eigenständigen Gitarrenstil und -Sound, der von Gitarristen „greeny“
genannt wird.
Carlos Santana machte durch seine Coverversion Greens Black Magic Woman
zum Welthit und selbst Weltkarriere. In jüngerer Zeit hat die
Heavy-Metal-Band Judas Priest Peter Greens Lied Green Manalishi gecovert.
Beide Lieder werden heute eher mit diesen Interpreten in Verbindung
gebracht, da kaum noch jemand weiß, dass Peter Green ihr Autor ist.
1995 widmete der Rock- und Blues-Gitarrist Gary Moore seinem Vorbild
Peter Green das Tribute-Album Blues for Greeny.
The Peter Green Les Paul:
Gary Moore war jahrelang der Eigentümer von Peter Greens legendärer
Gibson Les Paul, deren Hals-Tonabnehmer-Magnet bei einem Service oder
werkseitig irrtümlich verkehrt herum und damit mit umgekehrter Polarität
wieder in den Tonabnehmer eingebaut wurde, was ihren charakteristischen
Out-of-Phase-Klang bedingt hat. Der Tonabnehmer wurde zudem falsch
herum, mit den Schrauben Richtung Steg, eingebaut; das hat aber allein
noch keinen Einfluss auf den Klang.
Als die Gitarrenfirma Gibson gemeinsam mit ihm ein Signature-Modell
seiner Les Paul in Serie fertigen wollte, lehnte Peter Green ab.
Ende 2006 hat der Gitarren-Designer Trevor Wilkinson mit der Vintage
Lemon Drop ein Niedrigpreis-Modell entwickelt und auf den Markt
gebracht, das Peter Greens legendäre Gibson Les Paul nachahmt.
Videodokumentationen zu Peter Green [Bearbeiten]
Außer der knapp 40 Minuten dauernden, diverse Fernsehauftritte
vereinenden DVD „Fleetwood Mac – The Early Years“ gibt es folgende
DVD-Dokumentationen, die sich ausführlich Peter Greens Leben und Werk
widmen:
The Mick Fleetwood Story:
Die im Jahr 2003 veröffentlichte DVD „The Mick Fleetwood Story“
porträtiert nicht nur den Mitbegründer und Schlagzeuger von Fleetwood
Mac, Mick Fleetwood. Die DVD zeichnet vielmehr die Geschichte von
Fleetwood Mac nach und bietet neben persönlichen Einblicken und
Eindrücken von Mick Fleetwood auch Interviews mit bekannten Rock- und
Blues-Musikern, die gemeinsam mit ihm Bühne und Studio geteilt haben.
Einige Konzertmitschnitte zeigen den frühen Peter Green, dem ein eigenes
Kapitel gewidmet ist. Dabei beklagen Greens Bandkollegen, dass sich
Peter Green nie wieder von jenem verheerenden LSD-Trip erholt habe, den
er laut ihrer Ansicht in der Münchner Highfish-Kommune verabreicht
bekommen habe.
An Evening with Peter Green:
Welche bleibende Zerstörung die psychedelischen Drogen und in der Folge
gewiss auch die psychiatrische Behandlung (Psychopharmaka,
Elektroschock„therapie“) bei Green angerichtet haben, zeigt unter
anderem jenes 2003 gefilmte Interview mit Peter Green (und Nigel
Watson), das als Zugabe auf der Splinter Group-Konzert-DVD „An Evening
with Peter Green“ zu sehen ist (2003).
Man of the World. The Peter Green Story:
Anlässlich des 40-jährigen Bestehens von Fleetwood Mac ist im Jahr 2007
die DVD-Dokumentation „Man of the World. The Peter Green Story“
erschienen. Sie behandelt anhand seltener Archivaufnahmen von Live- und
Studioauftritten sowie zahlreicher Interviews Peter Greens Leben und
Werk. Der zeitliche Schwerpunkt liegt auf jener Zeit, als Green
Leadgitarrist bei John Mayalls Bluesbreakers sowie später Chef der
britischen Bluesband Fleetwood Mac war. In der Bonustrack genannten
Zugabe präsentiert Peter Green seine wertvolle Gitarrensammlung.
Quelle: Wikipedia
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